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Ars Vitalis - Premiere in der Bar jeder Vernunft - Berlin 1994
Eingetragen von: Hob
Datum: 14.05.2010 16.04 Uhr

aus der Berliner Zeitung 1994, wiedergefunden: Berliner Zeitung, 12. August 1994 Drei Männer in grauen Anzügen, die Haare pomadig glatt gekämmt. Sie greifen nur andeutungsweise nach Saxophonen und Trompete. Doch schon jetzt prustet das Premierenpublikum in der Bar jeder Vernunft los. Der hagere Peter Wilmanns schnippt dandyhaft zum Swing aus längst vergangenen Tagen, markiert ein steifes Kreuz und verrenkt den Hals. Doch plötzlich eine erstaunliche Wandlung: Mit einem Mal reißt er sein Tenorsaxophon empor, schlagartig weiten sich die Adern unter der noblen Blässe. Ein Solo aus vollem Rohr, bis es sich in zwitscherndes Quietschen verliert – kopfüber in die Abgründe des Freejazz. Sind "Ars Vitalis" artig Ohrwürmer vortragende Festzelt-Musiker oder wilde Jazzkünstler? Ist Wilmarms nun ein Spießer im Rebellenpelz oder ein Freak in Prokuristenuniform? Das macht den Reiz von "Ars Vitalis" aus: Eine hinterhältige Pointe haben die drei immer in petto. Reinhard Josef Sacher schabt an der Gitarre leise zu einem Schlager aus grauer Vorzeit, während Wilmanns mit gestelztem Falsett singt. Ein Saxophon bringt den Song in Schräglage. Sacher springt auf und dreht die Gitarrenregler voll auf. Seine Finger hat er nicht mehr im Griff, buntperlende Soli gleiten ins Aggressive, die Augen blicken auf den Gitarrenhals: die Angst des Gitarristen vor der wildgewordenen Tonleiter. Doch in einem exakt abgepaßten Moment fängt sich das Trio wieder. Dritter im Bunde ist Schlagzeuger Klaus D. Huber. Dem Kotelettenkönig frißt das Publikum geradezu aus der Hand. Sein Anzug ist zerschlissen, doch was macht das bei einem Genie schon aus? Für ein einstrophiges Trompetensolo zündet sich Huber eine Wunderkerze an. Werden sie es schaffen – er und das sprühende Feuerwerk –, die Strophe noch rechtzeitig zu beenden? "Ars Vitalis" beherrschen ihre Instrumente vorzüglich, doch soll das niemand merken. Deshalb tun sie so, als könnten sie nur das Notwendigste. Das Publikum verlangte selbst nach vier Zugaben mehr. „Summer in the City" muß man einfach mal von ihnen gehört haben.

  
Polarisation gelungen...
Eingetragen von: GusMan
Datum: 10.05.2010 07.52 Uhr

Danke für diesen Abend in Weimar! Sie haben das Publikum gespalten, einige haben zermürbt in der Pause aufgegeben wiederholungs- täter.. manche erst nach dem pausen-feed-back. Ich für meinen Teil habe sowohl ihr Darbietung und das Publikum ..sozusagen 3D genießen können..Bravo

  
intelligente Spässe
Eingetragen von: Astrid Kramer
E-Mail: astridkramer@onlinehome.de
Datum: 07.05.2010 17.33 Uhr

Hallo, liebe Musiker, gern denke ich an das Konzert von Euch in Köln-Kalk zurück. Die musikalischen Beiträge und die intelligenten und schönen Späße haben mir außerordentlich gut gefallen. Am Schluß des Konzertes bin ich noch zu Euch hinter die Bühne gekommen und um ein Autogramm gebeten. Mein Mann, Rüdiger Kramer, hatte das Buch von Herrn Sacher gekauft, das er schon gelesen hat. Er genießt es und liest es gern. Danke schön für alles. Ich mag Euren Humor. Da ist etwas, was ich Euch gern sagen möchte. Es ist vorgekommen, daß Leute, die Euren Humor nicht verstehen, weil sie zu dumm dazu sind, einfach aus Eurem Konzert gegangen sind. Ihr aber habt Euch richtig verhalten und Euer Konzert weiter gegeben bis zum Ende. Laßt Euch nicht von der Dummheit einiger Menschen beeinflussen und ändert bloß Euer gutes Konzept nicht. Was können schlaue und gute Musiker dafür, daß der größte Teil der Bevölkerung, die breite Schicht, nicht mitdenken kann? Macht genau so weiter, wie Ihr das so macht. Wir haben Euch auch damals im Kommödchen in Düsseldorf erlebt. Da hattet Ihr noch mehr klassische Ideen. Nun macht Ihr auch Jazz- Musik. Das ist ja schon etwaws anders als damals in Düsseldorf, aber auch gut. Also, macht so weiter mit Eurer Musik und laßt Euch nicht verunsichern. Es ist wichtig als Küntler, einen roten Faden zu haben. Das sagt auch mein Mann, der Maler und Zeichner ist. Der läßt sich in seine Arbeit von niemandem reinreden und macht einfach so weiter. Viele liebe Grüße an alle von Euch von Astrid Kramer, Franz-Gielen-Str. 1, 41061 Mönchengladbach, 02161/4622870

  
Ach - ich bin halt Provinzlerin...
Eingetragen von: Sabine²
Datum: 26.04.2010 12.46 Uhr

...und meine Freundin auch: wir sind nach der Pause aus der Vorstellung aus dem "Theaterstadel Markdorf" gegangen! Ich hab es eigentlich gern absurd und lasse mich gern von Ideen einfach überraschen...aber es dauerte zu lang und war wie ein "Kaugummi, der zu lange im Mund ist" bis sich die Szenen mal wieder änderten und jeder Impuls im ewigen Gequitsche und Gestammel totgeritten war. Da bleib ich lieber bei meinem schlichten, un-intellektuellen Gemüt...Tschüss

  
Donaueschingen
Eingetragen von: Buffo
Datum: 25.04.2010 22.41 Uhr

Der Gewölbekeller war bis auf den letzten Platz besetzt als ein schöner Tag begann, eine perfekte Mischung aus Dada, Surrealismus, Blues, Jazz und Theater. Perfekt inszeniert, mit Herzblut präsentiert. Und der Abend endete nach mehreren Zugaben mit einem Vulkanausbruch. Diese Bilder brennen sich ein. Und wir warten auf das neue Programm, das Ende 2010 kommen soll. Wenn Ihr die Chance habt, Ars Vitalis zu sehen, unbedingt hingehen, nicht versäumen.

  
Eigen und nicht artig
Eingetragen von: maximilian march
E-Mail: post@marchbox.de
Datum: 08.02.2010 10.21 Uhr

Ohne unser Abo hätten wir Ihr Programm nicht gesehen. Völlig unvorbereitet auf Sie und Ihre Kunst verabschiedeten wir uns schnell von der klassischen Sinnfrage und erlebten einen vergnüglichen und erinnernswerten Abend. Vielen Dank. Gehört die Bandbreite des Minenspiels des Publikums mit zur Show? Verstörte, empörte, erschrockene, amüsierte, verständnislose, wissende, herausgeforderte, lachende, kulturbeflissene und leere Gesichtsausdrücke - alls drin, nur keine Langeweile.

  
die Provinz ist überall,vor allem im Hirn
Eingetragen von: Jürgen Kuhl
E-Mail: jurgenkuhl@arcor.de
Datum: 19.12.2009 21.33 Uhr

Nein,ich bin kein genialer Überflieger,aber ein bißchen Non-Sense sollte der mensch doch aushalten können,oder nicht wahr?90% der Grevenbroicher empfanden das wohl anders-schon nach 10 MInuten konnte man bei genauer beobachtung ein großes Fragezeichen in der ungemütlichen Aula aufsteigen sehen?Was soll denn das Alles,soviel konnte ich sehen.Keine Gags im Minutentakt,keine Erklärungen-eben Nonsens der besonderen Art.Für einen Großteil des Provinzpublikums mit ihrer speziellen Art der Abonneneten-Erwartung eben zuviel des Guten.Es wurde dann doch ein schöner Abend ohne diese Erwartung.

  
Erfrischend
Eingetragen von: Georg Bronkalla
E-Mail: gbronkalla@web.de
Datum: 14.12.2009 09.59 Uhr

Das 90% der Grevenbroicher in der Pause nach Hause gingen, hat für die restlichen verstörten den Abend zu einem privat anmutenden Erlebnis gemacht-gehörte das zum Drehbuch? Ein nachhaltig beeindruckender Abend - hat riesen Spaß gemacht. Und hat bestimmt noch einen Nachhall bis in die Lokalpolitik in Schlämmerstadt. Also, bitte nicht böse sein und wiederkommen! Und Danke an das Kulturamt für den Mut!

  
Humor
Eingetragen von: Ingo
E-Mail: ignaz@online.de
Datum: 10.12.2009 19.08 Uhr

Hab euch in Solingen erlebt. Ihr habt mich in den tiefsten Gründen meines Humors berührt. Danke dafür.

  
Na ja ....
Eingetragen von: Michael Spindelmann
Datum: 16.11.2009 13.45 Uhr

Ich war am 15.11.2009 mit meiner Frau in Leverkusen. Nach der Vorstellung sind wir mit gemischten Gefühlen gegangen. Zwar kann man bei manchen Stücken herzhaft lachen, bei anderen muss die Frage erlaubt sein: Was soll das? Aber: alles im Leben ist Geschmacksache, neue Erfahrungen wollen gemacht werden. Eine kleine Unverschämtheit ist es allerdings, mit Zugaben eine Vorstellung bereits nach knapp 80 Minuten zu beenden. Oder hat dies auch einen tieferen Sinn? Insgesamt: Na ja....

  
 
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